Was über Jahrzehnte hinter dem so genannten „eiserenen Vorhang“ verborgen war, steht jetzt für Interessierte offen. Einige der Länder des alten Warschauer Pakts sind jetzt Mitglied der Europäischen Union, man benötigt nicht einmal einen Reisepass zur Einreise – andere haben die Visumbeschränkungen aufgehoben oder verzichten ganz auf Visa für Westeuropäer.
Von den Stränden der Ostsee in den Baltischen Staaten und Polen bis zur kroatischen Adria, von den Skigebieten in Polen und der Slowakei, Städtedestinationen von Prag über Budapest bis Moskau und Kiew, die weiten der Ukrainischen Steppe, der Ural – die Liste der neuen Reiseziele ist so groß, das man kaum weiß, wo man anfangen und aufhören soll. Sicher ist: Viele dieser Regionen waren vor dem Mauerfall nicht für Touristen aus dem Westen von Europa erschlossen. Das wird sich ändern – wie schnell, das ist zur Zeit noch nicht absehbar.
Auch die Bürger aus Osteuropa nutzen die neuen Freizügigkeiten und fahren in Urlaub – soweit sie es sich leisten können. Sie sind auch attraktive Gäste für viele andere Destinationen, die schon lange für Westeuropa als Reiseziele fungieren. An vielen Stellen finden sich neue Konflikte, die aus unterschiedlichen Mentalitäten und Erwartungshaltungen resultieren. Sicher ist, das Europa als Ganzes zusammenwächst – genau dort, wo Menschen in den Urlaub fahren und Seite an seite ihre freien Tage verbringen.

Foto: Jaroslav, Denis
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